WBS Musikworkshop 2009
Musik macht stark!
Musikalische Improvisation zur Stärkung der Persönlichkeit für Kinder mit dem
Williams-Beuren-Syndrom.
Oliver Sacks bezeichnet Menschen mit dem Williams-Beuren-Syndrom als eine "hypermusikalische Spezies" - Menschen, die leidenschaftlich gern Musik hören und machen, die sehr kreativ sind, die mit Begeisterung kommunizieren und die sehr sensibel sind für die Gefühle anderer und selbst feinste Stimmungen von Personen in ihrer Umgebung wahrnehmen können. Diese außergewöhnlichen Begabungen haben jedoch ihren Preis - Menschen mit dem WBS sind auch besonders sensibel für Irritationen von außen, ihre hohe Empfindungsfähigkeit macht sie sehr verletzlich, und die Anfälligkeit für psychische Störungen wie Depressionen oder Angsterkrankungen ist dadurch recht hoch.
Doch liegt gerade in diesen Wesensmerkmalen auch eine Chance, den Anforderungen und Belastungen des Lebens psychisch gestärkt zu begegnen. Der Musik, die im Leben vieler Betroffener eine zentrale Rolle spielt, kann hierbei eine Schlüsselfunktion zukommen. In diesem Vortrag ging es um die Einsatzmöglichkeiten und die Wirkungvon frei improvisierter Musik, um die Persönlichkeit zu stärken und auf diese Weise psychischen Störungen und Erkrankungen vorzubeugen. Sie ermöglicht das Erleben und den Ausdruck von Gefühlen, sie ist ein ideales Mittel non-verbaler Verständigung, und vor allem kann sie Menschen mit einer Behinderung das Gefühl vermitteln, etwas zu können. Die bei Kindern mit dem WBS ohnehin vorhandene Begeisterung für Musik kann durch die Improvisation auf einzigartige Weise zur Stärkung des Selbstbewußtseins und zur Aktivierung des kreativen Potentials genutzt werden.
Neben dieser Einführung in die Möglichkeiten der Musiktherapie wurden ebenso praktische Fragen angesprochen, wie diese Erfahrungen auch im Alltag umgesetzt werden können.
Im Anschluss fand ein 2 stündiger Improvisationsworkshop für die Kinder statt.
Christina Leber